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kleines Frettchen-ABC 

Abstammung: Frettchen (lat. Name: mustela putorius furo) zählen zur Gattung der Marderartigen und sind die domestizierte Haustierform des europäischen Waldiltis

Frettchen wurden früher hauptsächlich zur Kaninchenjagd und zur Beseitigung von Mäuse- und Rattenplagen eingesetzt, erfreuen sich mittlerweile aber immer größerer Beliebtheit als Haustier.

Verwandte des Frettchens: Iltis, Marder, Nerz, Wiesel, Otter, Dachs

Die 1. Zuchtform war das Albino-Frettchen (weißes Fell mit roten Augen), heute gibt es sie in den unterschiedlichsten Zuchtformen.

Fähe = weibliches Frettchen, Rüde = männliches Frettchen

Wichtig: Frettchen sind Raubtiere, keine Nagetiere!!! Frettchen knabbern i.d.R. keine Kabel oder Möbel an!

Frettchen und andere Haustiere: Bitte nicht mit Kaninchen, Mäusen, Ratten oder Meerschweinchen zusammen halten, da diese sonst der Jagdlust zum Opfer fallen könnten und es für beide Seiten extremer Dauerstress wäre.

Mit Katzen und manchmal auch Hunden verstehen Frettchen sich oft gut, allerdings müssen sie langsam aneinander gewöhnt werden und dürfen niemals unbeaufsichtigt zusammen gelassen werden!

Frettchen und Kinder: Frettchen sind keine Kuscheltiere und können auch mal zwicken! Frettchen und Kleinkinder sollten daher ebenfalls niemals ohne Aufsicht zusammen gelassen werden!

Haltung: mindestens zu zweit, da Frettchen extrem gesellige Tiere sind und daher unbedingt Artgenossen brauchen. Auch wenn sich der Mensch noch so sehr mit seinem Frettchen beschäftigt, kann er keinen Artgenossen ersetzen! Ein einzelnes Frettchen wird nicht zahmer als wenn man mehrere Tiere hält!

Frettchen schlafen bis zu 18 Stunden am Tag und sind daher wenn genug Platz, Auslauf und Artgenossen zum toben und kuscheln vorhanden sind, auch für berufstätige Halter geeignet.

Käfiggröße: bei Innenhaltung mindestens 6 m² für zwei Frettchen, für jedes weitere Tier 1 m² mehr, plus zusätzlichem Auslauf (Empfehlung laut Verein Tierärzte für Tierschutz e.V.). Bei Aussenhaltung wird ein Gehege von mindestens 10m² für zwei Frettchen empfohlen, für jedes weitere 1,5 m² zusätzlich. Es sollten verschiedene Kletter-, Spiel- und Kuschelmöglichkeiten vorhanden sein. Frettchen sind keine Käfigtiere und benötigen regelmäßigen Auslauf! In der Wohnung sollten mögliche Gefahrenquellen, wie z.B. Steckdosen, gekippte Fenster, Putzmittel, Medikamente, Spülmaschine, Bügeleisen, offene Toilettendeckel, etc. gesichert sein.

Auslauf: mindestens 3-4 Stunden täglich, je mehr desto besser! Ideal wären freie Wohnungshaltung oder ein eigenes Frettchenzimmer in dem sich die Tiere jederzeit frei bewegen können, mit einem stets offenen Schlafkäfig, der den Frettchen als Rückzugsort dient. 

Ernährung: Da Frettchen Raubtiere sind, muss der Hauptbestandteil der Nahrung aus Fleisch bestehen! Zu einer artgerechten Ernährung gehört eine abwechslungsreiche Mischung aus Frisch- oder Frostfleisch, hochwertigem Nassfutter (z.B. Animonda Carny, Frettchen4You Meat Love Chicken, Greenwoods oder Lux vom Aldi) und Futtertieren (z.B. Eintagsküken, Mäuse,...).
Futtertiere sind z.B. gefroren in Barf-Shops im Internet erhältlich. Lebendtierfütterung ist in Deutschland zu Recht streng verboten und für Frettchen auch absolut nicht notwendig!

Ausserdem sollten ein gutes Frettchen-Trockenfutter (z.B. Frettchen4You Ferretastic, –Revolution oder -ChickNorris) oder alternativ ein hochwertiges Katzentrockenfutter (z.B. Applaws Huhn und Lachs, Wildcat Etosha, Naturel Cat Fees Favorite, Natural Cat Meadowland Mix) sowie Trinkwasser ganztägig zur Verfügung stehen. Man sollte darauf achten, dass der Fleischanteil im Futter mindestens 50% beträgt und kein Zucker enthalten ist. Das Fleisch sollte roh verfüttert werden. Achtung! Frettchen dürfen kein rohes Schweinefleisch fressen, denn dieses kann bei Frettchen eine tödliche Viruserkrankung auslösen. Geeignet ist Puten-, Hühner-, Rind-, Lamm- und Kaninchenfleisch, Frettchen lieben auch Rinderherz, Puten- und Hähnchenmägen,
Das alles bekommt man in den Fleischtheken der Supermärkte oder im Internet (z.B. bei www.das-tierhotel.de oder www.zoobedarf-hitzegrad.de)

Gemüse und Obst hingegen können nicht verwertet werden und führen nicht selten zu Durchfall und Zahnproblemen.

Lebenserwartung: 6-10 Jahre bei artgerechter Haltung

Körpergröße: Rüden 35-60 cm ohne Rute, Fähen 25-40 cm ohne Rute

                        + Rutenlänge von 13-19 cm (Rute = Schwanz)

Gewicht: Rüden: 1.000-2.000 g, Fähen 500-1.100 g, kann zwischen Sommer und Wintergewicht bis zu 30% schwanken (im Winter schwerer als im Sommer)

Zähne: 34

Geschlechtsreife: nach 9-12 Monaten, meistens im 1. Frühjahr nach der Geburt, dann auch kastrieren lassen. Unbedingt Kastration, denn Sterilisation reicht nicht aus!

Kastration: Hoden, Eileiter, Eierstöcke werden entfernt

Sterilisation: Samen- und Eileiter werden durchtrennt, Geschlechtsorgane bleiben im Körper. Zwar zeugungsunfähig, aber Hormone werden auch weiterhin Produziert, Tiere kommen wieder in die Ranz und Fähen können dann wieder in die tödlich endende Dauerranz fallen.

Rüden als auch Fähen, die nicht zur Zucht dienen müssen unbedingt kastriert werden! Rüden, weil sie sonst während der Ranzzeit (=Paarungszeit) extrem riechen und nicht verträglich zu anderen Frettchen sind.

Fähen: Wegen der Gefahr der Dauerranz durch Östrogenvergiftung, welche tödlich enden kann, daher Kastration bei Fähen sogar lebensnotwendig!

Tragzeit: 42 Tage

Wurfstärke: durchschnittlich 5-8 Welpen, in seltenen Fällen bis zu 12 Welpen

Welpenzeit: April-Juni

Erziehung: In Sachen Beissen, Kuscheln, auf den Namen hören und Benutzung von Katzentoiletten müssen Frettchen von kleinauf erzogen werden. Die Klotrefferquote ist meist recht gut, allerdings werden Frettchen selten zu 100% stubenrein. Frettchen wissen zwar wie sie heissen, haben jedoch stets ihren eigenen Kopf und hören daher nicht so gut auf ihren Namen wie z.B. Hunde.

Spazieren gehen: sofern die Frettchen gegen Staupe und Tollwut geimpft wurden, kann man mit ihnen auch spazieren gehen. Dafür gibt es spezielle Frettchen-Geschirre, an die die Frettchen jedoch erst noch gewöhnt werden müssen. Die Frettchen haben meist großen Spaß daran, sich durchs Gras zu rollen oder hier und da ein Loch zu graben. Sollten aber unbedingt angeleint bleiben, auch wegen Hunden, die nicht immer freundlich auf Frettchen reagieren.

Frettchen in freier Natur: Frettchen müssen wegen ihrer schnellen Verdauung alle 2-3 Stunden Nahrung aufnehmen. Der geringe noch vorhandene Jagdtrieb reicht dafür jedoch nicht mehr aus und die Frettchen finden nicht genug Nahrung und sind daher mehr oder weniger auf den Menschen angewiesen. Wenn jemand ein Frettchen sieht, bitte einfangen und eine Frettchenhilfe (z.B. Frettchenfreunde Osnabrück) oder ein Tierheim informieren

Geruch: Frettchen haben einen typischen Wildgeruch, riechen aber nicht unbedingt stärker als Katzen oder Hunde. Da dieser Geruch jedoch für einige Nasen unbekannt ist, kann er manchmal als unangenehm empfunden werden. Unkastrierte Tiere haben (vor allem in der Ranz = Paarungszeit) einen stärkeren Eigengeruch. Kastrierte Tiere haben einen leicht herben, süßlichen Geruch.

Frettchen und Mietwohnung: Da Frettchen laut einigen neuesten Gerichtsurteilen nicht mehr zu den Kleintieren zählen, sollte vor der Anschaffung von Frettchen unbedingt eine schriftliche Einverständniserklärung vom Vermieter eingeholt werden! Der Vermieter kann sonst die Abschaffung der Tiere fordern.

Frettchen woher? Welpe oder Abgabetier?

Wenn man einen Frettchenwelpen haben möchte, sollte man sich rechtzeitig nach einem guten Züchter umschauen, bei dem man sich sowohl die Elterntiere als auch die Haltung der Tiere zeigen lassen kann. Frettchenwelpen sind allerdings wahre Energiebündel, die zudem erst noch erzogen werden müssen, was gerade Anfänger oft überfordert.

Entscheidet man sich für ein adultes Tier, wird man garantiert in einer der vielen Frettchenhilfen fündig. Dort waren viele tolle kleine Kobolde aus den unterschiedlichsten Gründen auf ein neues Zuhause. Diese Tiere werden von den Frettchenhilfen gegen eine geringe Schutzgebühr vermittelt und sind meistens schon kastriert, geimpft und gechippt, sodass diese Kosten auf den neuen Besitzer nicht mehr zukommen.

Ausserdem sind diese Tiere meistens schon gut sozialisiert und sehr dankbar, sodass „Second-Hand-Frettchen“ gerade für Anfänger oft die bessere Wahl sind. Nicht zuletzt wird durch die Aufnahme eines Abgabetieres natürlich auch wieder ein neuer Platz für in Not geratene Frettchen in der Frettchenhilfe frei.

Frettchenhilfe im Osnabrücker Raum (Bad Essen): http://www.frettchenfreunde-osnabrueck.de/
 

© Jessica Aufenfehn / www.fretties.de

 

ggg