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Frettchen halten - hier die wichtigsten Infos in der Kurzfassung

 

  • Frettchen sind keine Käfigtiere! Sie brauchen viel Platz und täglich mindestens 3-4 Stunden Auslauf.
  • Frettchen brauchen Artgenossen! Keine Einzelhaltung! Zwei sind ok, drei noch besser. Ein Mensch kann niemals einen Artgenossen ersetzen, selbst wenn man sich noch so viel mit dem Tier beschäftigt!
  • Frettchen können bei artgerechter Haltung ein Alter von ca. 6-10 Jahren erreichen. Bist Du bereit, über diesen Zeitraum die Verantwortung für die Tiere zu übernehmen?
  • Keine Welpen an unerfahrene Halter. Gerade als Frettchenanfänger ist es empfehlswert, Frettchen aus einer Frettchenhilfe aufzunehmen. Abgabetiere sind meistens schon kastriert, geimpft, gechippt, erzogen, gut sozialisiert und zudem sehr dankbare Tiere. Und die Frettchenhilfen stehen den neuen Besitzern auch später immer noch mit Rat und Tat zur Seite. Eine gute Beratung sowohl vor als auch nach dem Kauf sollte bei einem guten Züchter natürlich auch selbstverständlich sein. Allerdings können Frettchenanfänger leicht mit Welpen überfordert sein. Nicht wenige Frettchenanfänger sind an der Erziehung von Welpen (Beissen, Klo benutzen,...) schon gescheitert. Dies ist bei der Aufnahme von anfängergeeigneten Abgabetieren dagegen eher selten der Fall.
  • Frettchen sind KEINE Nagetiere! Sie nagen keine Möbel und Kabel an! Frettchen zählen zu den Carnivoren, d.h. sie sind Raubtiere und somit Fleischfresser. Sie fressen KEIN Gemüse, Getreide oder Obst, da sie dies nicht verwerten können! Der Hauptbestandteil der Nahrung sollte demnach Fleisch sein, z.B. Frischfleisch, Frostfutter, Futtertiere, hochwertiges Nassfutter und hochwertiges Frettchentrockenfutter.
  • Frettchen können nicht mit Nagetieren wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamstern zusammen gehalten werden, da diese Tiere von Frettchen als Beute angesehen werden könnten. 
  • Frettchen verstehen sich jedoch oft gut mit Katzen und Hunden. Dies muss jedoch vorsichtig ausgetestet werden und die Tiere müssen langsam aneinander gewöhnt werden. Auch wenn sich die Tiere bestens verstehen, sollte man sie niemals unbeaufsichtigt zusammen lassen! 
  • Du musst Dich täglich um die Frettchen kümmern. 365 Tage im Jahr. Jeden Tag saubermachen, Frischwasser bereitstellen, füttern etc. "Heute keine Zeit" geht nicht, sofern Du Dir diese Aufgaben nicht mit anderen teilst.
  • Gibt es jemanden, der die Frettchen im Falle von Urlaub oder Krankheit für eine gewisse Zeit betreuen könnte? 
  • Frettchen sind keine günsitgen Haustiere. Gute Nahrung, Klostreu, Tierarztkosten, ... alle regelmäßigen und außerplanmäßigen Kosten solltest Du tragen können. Hierfür am besten ein Frettchenkonto anlegen und einen entsprechenden Dauerauftrag einrichten.
  • Frettchen haben einen gewissen Eigengeruch. Kastrierte Tiere riechen nicht mehr als ein Hund oder eine Katze, jedoch empfinden einige Leute den typischen Wildtiergeruch der Frettchen trotzdem als unangenehm. Dies sollte mit allen Mitbewohnern und bei einer Mietwohnung auch mit dem Vermieter abgeklärt werden (am besten Frettchen mit in den Mietvertrag aufnehmen lassen).
  • Leben Personen im Haushalt, die evtl. an einer Tierhaarallergie leiden? Die meisten Tierhaarallergiker reagieren nicht allergisch auf Frettchen, dennoch sollte dies vorher unbedingt bei einem Allergologen oder in Form eines längeren Besuches bei Frettchenhaltern getestet werden! 
  • Du kannst durchaus weibliche und männliche Frettchen in einer Gruppe zusammen halten. Wichtig ist nur, dass alle Tiere kastriert (nicht sterilisiert!) sind. Dies gilt sowohl für eine gleichgeschlechtliche Haltung als auch für gemischte Gruppen. Abgesehen vom ungewollten Nachwuchs entwickeln unkastrierte Rüden wenn sie in die Ranz kommen (geschlechtsreif werden) einen extrem starken Eigengeruch und werden aggressiv gegenüber Artgenossen. Die Fähen können sogar an einer Dauerranz sterben, wenn sie nicht kastriert werden! Diese Gefahr besteht auch, wenn man ausschließlich Fähen zusammen hält!
  • da sich leider nicht viele Tierärzte wirklich gut mit Frettchen auskennen, solltest Du Dich am besten schon bevor die Wusel bei Dir einziehen auf die Suche nach einem guten Tierarzt mit Frettchenerfahrung in Deiner Nähe machen. 
  • sofern die Frettchen mindestens zu zweit gehalten werden, macht es ihnen nichts aus, über Tag alleine zu sein. Sie sind daher auch für vollzeit berufstätige Halter geeignet. Frettchen schlafen ca. 18-20 Stunden am Tag und haben tagsüber ausreichend Beschäftigung durch ihre Frettchenkumpels. Nach Feierabend sollte jedoch sicher gestellt werden, dass man die Zeit hat, sich täglich einige Stunden intensiv mit den Tieren zu beschäftigen und ihnen auch den nötigen Freilauf von mindestens 3-4 Stunden am Tag zu bieten.
 
So, das wär´s erstmal mit den wichtigsten Tipps auf die Schnelle. 
Du solltest auf jeden Fall vor der Frettchenanschaffung einen Schnupperbesuch bei Frettchenhaltern in Deiner Nähe oder in einer Auffangstation machen. Nur so kannst Du Frettchen richtig kennenlernen und weißt in etwa was Dich erwartet.